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Gautschen 2018 im Rahmen der Kieler Woche

Gautschen 2018 im Rahmen der Kieler Woche

„Auf, setzt ihn in die Bütt“ schallte es am Donnerstag während der Kieler Woche über den Hof des Gewerkschaftshauses. Die Drucker gautschen wieder die ausgelernten Auszubildenden und nehmen sie in den Kollegenkreis auf.
Danach waren 47 neue Zunftgenossen wieder von allen Sünden der Lehrzeit reingewaschen und das durch die Feuchtung von Innen und Aussen. Feucht war es aber auch so, denn der Wettergott kannte in diesem Jahr keine Gnade. Seit 1981 findet das Gautschen im Rahmen der Kieler Woche statt. Alle Auszubildende in Schleswig Holstein eines Jahrgangs erhalten in der Industrie- und Handelskammer zu Kiel ihre Gehilfenbriefe. Danach geht es auf den Hof des Gewerkschaftshauses. Hier werden sie freigesprochen und das Gautschen nimmt seinen Lauf.
Der Brauch entstammt dem Mittelalter. Nach der Lehrzeit wurde der damalige Auszubildende im Graphischen Gewerbe von seinem Prinzipal (Lehrherr) von der Lehre „ freigesprochen“, war damit aber noch lange nicht in den Kollegenkreis aufgenommen worden. Er mußte erst richtig viel Geld zusammen sparen, um die große Feier (Postulieren) ausrichten zu können. Diese Feier dehnte sich über mehrere Tage aus. Der Anwärter hieß Kornut. Das ist lateinisch und heißt soviel wie Hörnerträger. Ihm wurden von den alten Gesellen vom Prinzipal Vorhaltungen über seine Fehler gemacht. Manchmal setzte es auch Backpfeifen. Den Abschluß bildete ein feierliches Gelöbnis mit der Verpflichtung stets ein tugendhaftes und zünftiges Leben zuführen.