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Kieler Bäder im Aufwind

Kieler Bäder im Aufwind

Tarifstreit beendet „Der Bundesvorstand der ver.di beschließt die Durchführung von Streiks in allen Bereichen der Schwimmhalle Schilksee und der Schwimmhalle Hörnbad“. Dieser Beschluß, gefasst in Berlin am 17.12.18, ist durch den Verlauf der Verhandlungen überholt. Im Hörnbad haben sich ver.di und Geschäftsführung heute auf einen Abschluß geeinigt.
Ab 01.01.2021 soll der TVÖD in seiner kompletten Fassung für die Kieler Bäder GmbH gelten und bis dahin gibt es Übergangsregelungen, um vom bisher geltenden Niveau an TVÖD heran zu rücken.

Die Beschäftigten sind glücklich. Diese Entwicklung gibt der gesamten Einrichtung Aufwind. „Es wird zukünftig einfacher, für das neue Bad dringend benötigtes Personal zu gewinnen und die Motivation aller Beschäftigten steigt weil sie sich anerkannt fühlen“, meint Daniel Bartels, Schwimmmeister bei den Bädern und Mitglied der Tarifkommission.

In seiner Sitzung am 13.12.18 hatte der Rat mit Zustimmung aller Fraktionen beschlossen, dass die Kieler Bäder wieder dem TVÖD angeglichen werden sollten, nachdem für sie 12 Jahre lang wesentlich schlechtere Konditionen galten.

Ver.di hatte bereits in den Vorjahren einige Verbesserungen im Tarifvertrag durchgesetzt, wie die Einführung von Wochenendzuschlägen, Nachtzuschlägen und zusätzlichen Urlaub für Wechselschicht. Der große Sprung ist aber erst in diesem Jahr gelungen, nach intensiver Lobbyarbeit im politischen Umfeld.

„Wir sind glücklich, daß es uns gelungen ist, die einmalige Situation zu nutzen“, meint die Verhandlungsführerin von ver.di, Eva Schleifenbaum. „Die Beschäftigten waren zu 92% organisiert und hoch engagiert, die Finanzen der Stadt sind gut und die Einsicht war bei allen politischen Akteuren gediehen, daß die 60 Beschäftigten der Kieler Bäder nicht länger schlechter gestellt werden können als ihre 5000 Kollegen bei der Landeshauptstadt Kiel und auch nicht als alle Bäderbeschäftigten in den übrigen Kommunen in Schleswig-Holstein.“

„Die Ausgründung der Bäder in 2006 war eine politische Fehlentscheidung.“, darin sind sich der Oberbürgermeister und sein Sportdezernent einig. Im damaligen Privatisierungsrausch glaubte die Stadt, sie könne die Vorteile eines freien Marktes nutzen und gleichzeitig politische Wünsche (Sonderkonditionen für Vereine, Schwimmunterricht für Schulen, soziale Preise) durchsetzen. Wer letztlich die Zeche gezahlt hat, waren die Beschäftigten. Ihnen wurden schlechte Konditionen diktiert und wenn aufgrund der schlechten Konditionen Stellen nicht adäquat besetzt werden konnten, mußten sie mehr arbeiten.

„Um so erfreulicher ist es, daß am Ende politische Vernunft gesiegt hat. Demokratie ist mühsam und dauert manchmal lange. Aber hier ist es gelungen, daß alle politischen Akteure an einem Strang gezogen haben ohne parteipolitisches Geplänkel. So hat das neue Bad auch eine gute Zukunft. Die Beschäftigten lassen am Freitagabend bei ihrer Weihnachtsfeier die Korken knallen.“

Tarifstreit beendet ver.di Kiel-Plön Tarifstreit beendet